Der Hovawart

Der Hovawart – ein Rasseportrait.

Der Hofwächter – etwas Geschichte
Groß, derbe und kräftig und in unterschiedlichen Farbschlägen, so liegt der Hovawart auf dem Bild „Hundefamile mit altem Gaul“ von Benno Adam aus dem Jahre 1869. Im 13 Jahrhundert wird im Schwabenspiegel der „hovewart“ erwähnt „Ein Hund heißt hovewart, der jemandes Häuser und Höfe Tag und Nacht hütet…“.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Kurt Friedrich König und sein Vater Bertram König einen Hund zu züchten, der bereits die Eigenschaften als Schutz- und Wachhund von Natur aus in den Genen hat. Sie wollten nicht erst diesen Schutz- und Wachtrieb antrainieren. Der hohe Instinkt des Schutzes gepaart mit Intelligenz und der unabdingbaren Fähigkeit, auf Situationen angemessen zu reagieren, sollte bereits vorhanden sein.
Zudem sollte der „Neue Hovawart“ bereits eine ausgeglichene und ruhige Seite besitzen.

Um zu diesem Ziel zu kommen, kreuzten die Königs Leonberger, Neufundländer, Schäferhunde, den Kuvasz und Hunde von Bauernhöfen.

 

Hier bekommst du Informationen zum Hovawart, Welpen, Züchterinformationen oder Hovawarte aus der Notvermittlung:
In Deutschland gibt es vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) drei anerkannte Zuchtvereine (in alphabetischer Reihenfolge):

 

 

Alle drei Vereine sichern bei den Zuchttieren eine HD-Freiheit (Hüftdysplasie) zu.

Als einziger Verein in Deutschland (vom VDH anerkannt) hat der HZD bereits seit 2017 für alle Zuchttiere verpflichtend den Test auf Degenerative Myelopathie eingeführt.

Diesem Test haben sich auch bereits viele andere, nicht vom VDH anerkannte Vereine verschrieben. Einige dieser Vereine verfolgen das Ziel, den „ursprünglichen Hovawart“ zu erhalten.

Der Hovawart

Der Hovawart ist ein Hund mit Persönlichkeit – und so sehe ich den Hovawart persönlich.

Buch | Hovawart | Band 1

Buch | Hovawart – alles andere ist Hund – Band 1 von Alexander Laubenthal
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Buch | Hovawart | Band 2

Buch | Hovawart | Alles andere ist Hund | Band 2 von Alexander Laubenthal
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Der Hovawart – ich glaube so ist er...

Immer wieder treffe ich Leute, die mich fragen „sagen Sie nix, das ist ein Rottweiler-Mix“. Immer dann tief einatmen, Brust raus und voller Stolz „Nein, das ist ein Hovawart“. Entweder bekommt man dann zur Antwort „Ein HovaWas“ oder man sieht nur noch, wie der andere schnell seinen Hund einfängt und das Weite sucht. „Zur Hilf, ein Hovawart“. Das gleiche passiert den Hovawartbesitzern, deren blonde Hunde immer mit einem Golden Retriever und den Besitzern eines Schwarzen, die mit einem Flat Coated verwechselt werden.

 

Fast schon legendär ist die Spielweise des Hovawart, wenn er denn mit anderen Hunden überhaupt spielen will. Der Hovawart ist in seinem Handeln und seinen Reaktionen irre schnell und kommt es einmal zum gemeinsamen Spiel, dann paart er seine Geschwindigkeit mit vollem Körpereinsatz. Dieses Verhalten wird von vielen Hundehaltern als aggressiv angesehen und oft hört man „Sie haben ihren Hund nicht unter Kontrolle“.

 

Leider wird sein Verhalten auch von vielen Hovawartbesitzern falsch interpretiert, denn ein Hund muss auch nicht ständig mit anderen Hunden zusammen spielen. Der Hovawart selektiert ganz genau, wen er mag und wen nicht, und dies zeigt er bereits rechtzeitig an, leider werden diese Signale von uns Hundehaltern oft falsch verstanden.

 

Dies führt oft zu einsamen Waldspaziergängen oder, wie ich höre, gehen manche nur noch Wege, auf denen sie keinen treffen.

Hat der Junghund Hovawart sich einmal seine Hörner abgestossen, was bei ihm als Spätentwickler länger dauert als bei anderen Rassen, erhält man einen Freund fürs Leben. Leider währt dieses Leben, wie bei allen Hunden, viel zu kurz. Die Freundschaft und die Liebe, die ein Hovawart seiner Familie schenkt, ist nicht minder legendär.

 

Ein ausgeglichener Hovawart ist ein wahrer Familienhund, der um nichts in der Welt von der Seite seiner Familie rückt. Im Haus ist er ausgeglichen und ruhig, jedoch stets aufmerksam und wachsam, was bereits in seinem Namen steckt „Hovawart – der den Hof verwahrt“.

 

Damit der Hovawart kein Inneneinrichter wird und auch draussen keinen Blödsinn anstellt, muss er körperlich wie auch geistig ausgelastet werden.

 

Der Hovawart ist intelligent und ein Clown, der mit seinen Späßen ansteckend wirkt. Er verträgt keinerlei Härte oder Ungerechtigkeiten. Kann er etwas perfekt, wird es ihm schnell langweilig und er sucht sich eine andere Beschäftigung. Dabei verschwindet er oft im Funkloch und durch seine Schlappohren dringt nichts mehr durch.
Dies stellt an den Besitzer eine hohe Herausforderung, mit seinem Hund nicht nur langweilige Spaziergänge zu unternehmen.

Der Hovawart, der sensibler als eine Weinbergschnecke ist, braucht viel Einfühlungsvermögen seines Besitzers und dann erst wird aus dem Hund ein Freund fürs Leben. Ein Freund, mit dem man Pansen stehlen kann.

 

Einen Hovawart interessieren in der Regel fremde Menschen überhaupt nicht. Haben die nicht gerade ein Kotelett um den Hals hängen, lässt er diese meist links liegen, was ihn oft als arrogantes Tier erscheinen lässt, gerade, wenn er noch mit hoch erhobener Rute weiterläuft.

Der Hovawart ist im Hundesport und im Schutzdienst zu Hause, sein im Wind wehendes Fell und der sehr majestätische Gang lassen sich so manchen Hovawartunerfahrenen verdutzt die Augen reiben. Nimmt der Hovawart einmal Anlauf, um ein Hindernis zu überspringen, macht er dies mit einer solchen Anmut, dass man ihm nach seiner perfekten Landung um den Hals fallen möchte.

 

Abends liebt er es, es sich bei seiner Familie bequem zu machen und legt sich wie ein Plumpssack zu den Füßen nieder oder, wenn erlaubt, robbt er auf dem Sofa ganz ganz nah an sein Herrchen oder Frauchen und kuschelt sich dort ein.

 

Der Hovawart ist ein Naturbursche, was ihn als perfekten Begleiter auf Wanderungen macht. Temperaturen, bei denen wir uns dick einmümmeln mit Schal und Jacken, sind für ihn gerade zu perfekt. Bei hohen Temperaturen sucht er sich ein schattiges Plätzchen oder liegt in der Wohnung auf den kühlen Fliesen. Aber immer hat er dabei seine Familie im Blick.

 

Da der Hovawart ein „immerwilldabeiseinHund“ ist, sollte man schon etwas gelenkig sein, denn er kann und wird immer maximal im Weg stehen oder liegen.

 

Bis ins hohe Alter ist er ein agiler Kumpel. Spiele mit einem Herrchen oder Frauchen sind für ihn das Größte, jedoch sollte man bei diesem gemeinsamen Spiel nicht zu zartbesaitet sein, denn – er ist es auch nicht. Das gemeinsame Spiel fördert den Zusammenhalt und die Zusammengehörigkeit.

 

Ist der Tag des Abschieds gekommen und er zeigt dir ganz deutlich „Ich kann nicht mehr“, nimm deine Decke und leg dich zu ihm, lass deine Hand auf seiner Brust liegen, zeig ihm, dass du auch jetzt für ihn da bist, und wenn er keine Kraft mehr hat, wird er dir zum Dank für eine erfüllte Freundschaft aus aller Liebe noch einmal deine Hand lecken.

Ausschnitt aus der offiziellen FCI-Rassestandardbeschreibung „Nr.190 – Hovawart“

ERSCHEINUNGSBILD: Der Hovawart ist ein kraftvoller, mittelgrosser, leicht gestreckter, langhaariger Gebrauchshund. Die Geschlechtsunterschiede sind vor allem an Kopfform und Körperbau deutlich erkennbar. 

 

VERHALTEN UND CHARAKTER: Der Hovawart ist ein anerkannter Gebrauchshund zu vielseitiger Verwendung. Von der Veranlagung her ausgeglichen und gutartig, besitzt er Schutztrieb, Selbstsichterheit und Belastbarkeit, mittleres Temperament und eine sehr gute Nasenveranlagung. Seine harmonisch abgestimmten körperlichen Verhältnisse und eine besondere Bindung an seine Familie machen ihn insbesondere zu einem hervorragenden Begleit-, Wach-, Schutz-, Rettungs- und Fährtenhund. 

 

KOPF: Der Nasenrücken ist gerade und bildet eine Parallele zum Oberkopf. Fang und Schädel sind etwa gleich lang. Die Kopfhaut liegt straff an. 

 

OBERKOPF:
Schädel: Der kräftige Kopf hat eine breite, gewölbte Stirn. Stop : Gut erkennbar. 
Nase: Nasenlöcher gut ausgebildet. Bei schwarzmarkenen und schwarzen Hunden ist die Pigmentierung schwarz; Pigmentierung bei blonden Hunden : schwarz, Wechselnase zulässig.
Fang: Kräftig; sowohl von der Seite als auch von oben gesehen verjüngt er sich wenig.
Lefzen: Sie liegen gut an.
Zähne/Gebiss: Der Hovawart hat ein vollständiges, kräftiges Scherengebiss mit 42 Zähnen gemäss der Zahnformel. Die Zähne stehen senkrecht im Kiefer. Zangengebiss ist zulässig.
Augen: Die Augen sind oval, weder hervortretend noch tiefliegend. Ihre Farbe ist dunkel- bis mittelbraun. Die Augenlider liegen dicht an. Ohren : Die locker anliegenden dreieckigen Hängeohren sind hoch und weit auseinanderliegend angesetzt, den Oberkopf optisch verbreiternd, und reichen in ihrer Länge bis mindestens zum Lefzenwinkel. Ihre Spitze ist leicht abgerundet. In der Ruhestellung liegen sie flach an, bei Aufmerksamkeit können sie etwas nach vorne gerichtet getragen werden. Die Vorderkante liegt etwa auf der Mitte zwischen Auge und Hinterhauptbein. 

 

HALS: Der kräftige Hals ist mittellang, und die Kehlhaut liegt straff an. 

 

KÖRPER:
Rücken: Der Rücken ist gerade und fest.
Lenden: Die Lende ist kräftig und etwas länger als die Kruppe. Kruppe: Die Kruppe ist leicht abfallend und mittellang.
Brust: Die Brust ist breit, tief und kräftig. 

 

RUTE: Die buschig behaarte Rute reicht bis unterhalb des Sprunggelenkes, aber nicht bis zum Boden.
Sie wird je nach Stimmungslage des Hundes über den Rücken hochgeschwungen oder gesenkt getragen. 

 

VORDERHAND: Die Vorderläufe sind kräftig und, von vorne und von der Seite gesehen, gerade und senkrecht gestellt.
Schultern: Sehr gut bemuskelt. Das Schulterblatt ist lang und gut schräg zurückliegend. 

 

Oberarm: Lang, eng am Körper anliegend. Ellenbogen : Sie liegen am Brustkorb an. Vorderfusswurzelgelenk : Kräftig. Vordermittelfuss : Mässig schräg gestellt.

 

HINTERHAND: Die Hinterläufe sind kräftig und, von hinten gesehen, senkrecht gestellt. Die Hinterhand ist gut gewinkelt.
Ober- und Unterschenkel : Sehr gut bemuskelt.

 

Sprunggelenk: Kräftig, tiefstehend. 

 

PFOTEN: Die Pfoten sind rundlich, kräftig und kompakt. Die Zehen sind gewölbt und eng aneinanderliegend. Afterkrallen sind zu entfernen, ausgenommen in den Ländern, in denen solches durch gesetzliche Bestimmungen verboten ist. 

 

Die Zehennägel bei schwarzmarkenen und schwarzen Hunden sind schwarz pigmentiert.
Die Zehennägel bei blonden Hunden können weniger pigmentiert sein. 

 

GANGWERK: Der Hovawart bewegt sich in allen Gangarten von vorne und hinten gesehen geradlinig und raumgreifend. Der Trab ist weit ausgreifend mit gutem Schub aus der Hinterhand. 

 

HAUT: Die Haut ist insgesamt straff anliegend. Bei schwarzmarkenen und schwarzen Hunden hat sie einen bläulichen Schimmer, bei blonden einen meist rosa Schimmer. 

 

HAAR: Das kräftige Langhaar ist leicht gewellt und anliegend, mit wenig Unterwolle. Es ist länger an der Brust, am Bauch, der Rückseite der Vorderläufe, an der Rückseite der Oberschenkel und der Rute. Am Kopf, an der Vorderseite der Vorderläufe und der Vorderseite der Hinterläufe ist das Haar kurz. Das Haarkleid ist geschlossen. 

 

FARBE: Den Hovawart gibt es in drei Farbschlägen : Schwarzmarken, schwarz und blond.

Schwarzmarken: Das Haarkleid ist schwarz und glänzend, die Farbe der Markenzeichnung mittelblond. Am Kopf beginnt die Zeichnung unterhalb des Nasenrückens und reicht um die Lefzenwinkel herum bis in die Kehlmarke. Die punktförmigen Abzeichen über den Augen sind deutlich sichtbar. Die Brustmarke besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Flecken, die miteinander verbunden sein können. An den Vorderläufen reichen die Marken, von der Seite gesehen, von den Zehen bis etwa zum Vordermittelfuss und laufen auf der Hinterseite in Höhe der Ellenbogen aus. An den Hinterläufen ist, von der Seite gesehen, die Markenzeichnung unterhalb des Sprunggelenkes als breiter Streifen, oberhalb des Sprunggelenkes nur noch als schmaler Streifen sichtbar, der auf der Vorderseite der Hinterläufe bis in die Höhe der Bauchdecke reicht. Auch unterhalb des Rutenansatzes ist eine Markenzeichnung vorhanden. Die Zeichnung ist in allen Bereichen klar abgegrenzt. Einzelne kleine weisse Flecken an der Brust sowie einzelne weisse Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig. Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz. 

 

Schwarz: Das Haarkleid ist schwarz und glänzend. Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne weiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig. Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz. 

 

Blond: Das Haarkleid ist mittelblond, glänzend, und wird zum Bauch hin sowie an den Läufen heller. Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne weiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig. Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz. 

 

GRÖSSE:
Widerristhöhe : Rüde 63 – 70 cm,  Hündin 58 – 65 cm. 

 

 

Wenn du weitere Fragen zur unserem besten Freund, dem Hovawart haben solltest: Schreib' uns – wir beraten dich gerne!