Fit durch die kalte und dunkle Jahreszeit mit deinem Hund

Kälte, Dunkelheit und Regen sind kein Grund, den Winter auf dem Sofa zu verbringen. Erfahre, wie dein Hund mit Bewegung, Nasenarbeit, guter Sichtbarkeit und der richtigen Pfotenpflege fit und sicher durch Herbst und Winter kommt.

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Zwei schwarzmarkene Hovawarts mit Sicherheitshundegeschirr im Schnee

Praktische Tipps für Herbst und Winter

Draußen ist es kalt, nass und windig, aber unseren Hunden ist das meistens ziemlich egal.
Sind sie doch meist echte Naturburschen.

Ein Hovawart steht morgens schließlich nicht vor der Haustür, schaut in den Nieselregen und sagt: „Heute lieber nicht.“

Gerade große und sportliche Hunde brauchen auch im Herbst und Winter ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Allerdings muss nicht jede Runde besonders lang sein. Viel wichtiger ist, dass du die Bewegung an das Wetter, den Gesundheitszustand, die Bedürfnisse und das Alter deines Hundes anpasst.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie dein Hund auch in der kalten und dunklen Jahreszeit fit, sicher und gut beschäftigt bleibt.

Warum Bewegung im Winter so wichtig ist

Wenn es draußen ungemütlich wird, fallen Spaziergänge häufig kürzer aus. Das ist an einzelnen Tagen überhaupt kein Problem. Werden aus den kürzeren Runden jedoch mehrere Wochen, fehlt vielen Hunden nicht nur Bewegung, sondern auch die geistige Beschäftigung.

Gerüche entdecken, die Umgebung beobachten, gemeinsam trainieren und neue Wege erkunden gehören zu einem guten Hundeleben dazu. Der Garten allein kann einen Spaziergang deshalb nicht vollständig ersetzen. Dort kennt dein Hund schließlich jeden Strauch, jeden Stein und vermutlich auch jeden Grashalm persönlich.

Regelmäßige, an den Hund angepasste Bewegung unterstützt Muskeln, Beweglichkeit und Ausgeglichenheit. 

Das gilt besonders für:

  • junge und aktive Hunde,
  • große und sportliche Rassen,
  • Hunde mit viel Arbeitsfreude,
  • Senioren, die regelmäßig und moderat bewegt werden sollten,
  • Hunde, die bei schlechtem Wetter schnell gelangweilt sind.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Kilometer abzuspulen. Eine abwechslungsreiche halbe Stunde kann für deinen Hund wertvoller sein als ein langer Spaziergang, bei dem ihr einfach nur nebeneinander herlauft.

Gezielt bewegen als einfach nur lange laufen

Ein Hund braucht keinen täglichen Wintermarathon. Er braucht aber Aufgaben, Orientierung und gemeinsame Zeit.

Du kannst Bewegung ganz einfach in eure Spaziergänge einbauen:

  • Lass deinen Hund auf einem sicheren Untergrund langsam über Baumstämme steigen.
  • Baue kurze Rückrufübungen ein.
  • Verstecke ein Spielzeug oder einige Leckerchen unter dem Laub.
  • Lass deinen Hund einen bestimmten Gegenstand suchen.
  • Übe Richtungswechsel und Aufmerksamkeit an der Leine.
  • Nutze kleine Steigungen für kontrollierte Bewegung.
  • Lass deinen Hund für einige Sekunden warten und rufe ihn anschließend zu dir.
  • Lass ihn um die Bäume rennen, du gibt diese vor.

Wichtig ist dabei ein angemessenes Tempo. Auf gefrorenem Boden oder glatten Wegen sind wilde Spiele mit abrupten Stopps und engen Wendungen keine besonders gute Idee. Ein großer, schwerer Hund bringt ordentlich Gewicht und Kraft mit. Wenn er auf glattem Boden wegrutscht, wirken entsprechend hohe Kräfte auf Gelenke und Muskeln.

Mein Rat: Lieber kontrollierte Bewegung, Nasenarbeit und kleine Übungen als ungebremstes Ballwerfen auf einer vereisten Wiese.

Sicherheit in der Dunkelheit beginnt mit Sichtbarkeit

Im Herbst und Winter finden viele Spaziergänge zwangsläufig im Dunkeln statt. Dein Hund sieht und riecht vermutlich deutlich mehr als du. Autofahrer, Radfahrer und andere Spaziergänger müssen euch aber ebenfalls rechtzeitig erkennen können.

Deshalb gilt: Sichtbarkeit ist keine modische Spielerei, sondern gehört zur vernünftigen Winterausrüstung einfach dazu

Sinnvoll sind beispielsweise:

  • ein gut sichtbares Sicherheitslicht am Geschirr oder Halsband,
  • reflektierende Elemente an Geschirr und Leine,
  • helle oder reflektierende Kleidung für dich,
  • eine Stirnlampe für unbeleuchtete Wege,
  • eine zuverlässige, rutschfeste Leine mit gutem Griff.

Eure Sicherheitslichter sollten wetterfest und stabil befestigt sein.

Bei uns findest du dafür unter anderem die Night-Sicherheitsgeschirre.

Ein Licht ersetzt keine Leine

Ein blinkender Hund ist noch lange kein kontrollierter Hund.

In der Nähe von Straßen, Radwegen oder schlecht einsehbaren Stellen gehört dein Hund an die Leine. Gleiches gilt, wenn der Rückruf noch nicht zuverlässig funktioniert oder Wild unterwegs sein könnte.

Gerade ein dunkler Hund wie eine schwarzer Hovawart, Labrador oder Schäferhund kann in der Dämmerung innerhalb weniger Meter praktisch verschwinden. Das Sicherheitslicht hilft dir und anderen dabei, ihn zu sehen. Es ersetzt aber weder Rückruf noch Leinenführung.

Winterspaziergänge dürfen kürzer sein

Nicht jeder Hund empfindet Kälte gleich. Fell, Unterwolle, Alter, Gesundheitszustand, Körperbau, Bewegung und Nässe spielen dabei eine Rolle. Deshalb halte ich wenig von festen Temperaturangaben, die angeblich für jeden Hund gelten sollen.

Beobachte lieber deinen Hund.

Mögliche Hinweise darauf, dass ihm die Kälte unangenehm wird, sind:

  • Zittern,
  • eine steife oder angespannte Körperhaltung,
  • häufiges Anheben der Pfoten,
  • langsameres Laufen,
  • der deutliche Wunsch, wieder nach Hause zu gehen.

Wie viel zusätzlichen Schutz ein Hund benötigt, ist ganz individuell. Junge Hunde mit dichter Unterwolle kommen häufig anders mit Kälte zurecht als unsere Senioren, gesundheitlich eingeschränkte oder kurzhaarige Hunde.

Bei großer Kälte können mehrere kürzere Runden sinnvoller sein als ein einziger langer Spaziergang. Das bedeutet nicht, dass dein Hund weniger erleben muss. Du kannst die fehlende Zeit draußen durch Nasenarbeit und kleine Aufgaben zu Hause ausgleichen.

Braucht mein Hund einen Wintermantel?

Ein Hund mit gesundem, dichtem Fell braucht nicht automatisch einen Wintermantel. Trotzdem wäre die pauschale Aussage „Große Hunde brauchen so etwas nicht“ genauso falsch.

Ein Mantel ist sinnvoll bei:

  • älteren Hunden,
  • gesundheitlich eingeschränkten Hunden,
  • Hunden mit wenig Unterwolle,
  • nassem und kaltem Wetter,
  • längeren Wartezeiten beim Training oder Hundesport,
  • Hunden, die sich nach einer Operation nur langsam bewegen dürfen,
  • Hunden, die deutlich zeigen, dass sie frieren.

Der Mantel sollte den Hund wärmen, ohne ihn in der Bewegung einzuschränken. Er darf nicht an den Vorderbeinen scheuern, verrutschen oder drücken.

Ein Beispiel dafür ist unser Wintermantel zum Schutz vor Wind, Kälte und Nässe. Wichtig bleibt aber immer die richtige Passform. Ein teurer Mantel, der scheuert oder die Schulter blockiert, ist keine gute Ausrüstung. Und hier gilt - billig gekauft ist zwei mal gekauft.

Pfotenpflege: Streusalz und Eis nicht unterschätzen

Hundepfoten sind robust, aber nicht unverwundbar.

Kälte, gefrorener Boden, Splitt und besonders Streusalz können die Ballen beanspruchen. Schnee kann sich außerdem im Fell zwischen den Zehen sammeln und dort kleine, harte Klumpen bilden. Das kann für deinen Hund beim Laufen unangenehm werden.

Vor dem Spaziergang

Kontrolliere regelmäßig:

  • Sind die Ballen trocken oder rissig?
  • Befinden sich kleine Verletzungen zwischen den Zehen?
  • Ist das Fell zwischen den Ballen sehr lang?
  • Leckt dein Hund auffällig häufig an seinen Pfoten?

Bei empfindlichen Ballen kann ein geeigneter Pfotenbalsam vor dem Spaziergang eine zusätzliche Schutzschicht bilden. Seid ihr auf gestreuten Wegen unterwegs gewesen, solltet ihr die Pfoten zu Hause mit lauwarmen Wasser abspülen und danach eincremen.

Während des Spaziergangs

Bleibt dein Hund plötzlich stehen, hebt eine Pfote oder versucht, zwischen den Zehen zu knabbern, solltest du nachsehen. Häufig steckt ein Steinchen, ein Stück Eis oder ein Schneeklumpen zwischen den Ballen. Im Herbst auch gerne die Schale der Bucheckern.

Nach dem Spaziergang

Nach einer Runde über gestreute Wege empfehle ich:

  1. Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen.
  2. Die Zwischenräume der Zehen kontrollieren.
  3. Pfoten gründlich abtrocknen.
  4. Ballen auf Risse oder gereizte Stellen prüfen.
  5. Bei Bedarf eine geeignete Pflege auftragen.

Das klingt aufwendiger, als es ist. Mit einem Handtuch und einer kleinen Schüssel Wasser an der Haustür wird daraus schnell eine ganz normale Winterroutine.

Fellpflege gehört ebenfalls zum Winterprogramm

Nasses Fell sollte nach dem Spaziergang gründlich abgetrocknet werden. Achte dabei besonders auf Bauch, Brust, Beine und Pfoten.

Bei Hunden mit viel Unterwolle lohnt sich außerdem regelmäßiges Bürsten. Dabei entfernst du lose Haare und Schmutz. Gleichzeitig bemerkst du schneller, wenn sich Hautstellen verändern oder kleine Verfilzungen entstehen.

Ein geeigneter Fellstriegel für die sanfte Entfernung der Unterwolle kann gerade bei großen Hunden mit dichterem Fell eine praktische Unterstützung sein.

Beschäftigung zu Hause: Der Kopf darf mitarbeiten

Es gibt Tage, an denen draußen wirklich kein großer Spaß aufkommt. Dauerregen, Sturm oder spiegelglatte Wege sind kein Anlass, unbedingt eine zweistündige Wanderung durchzuziehen.

Dann darf die Beschäftigung nach drinnen verlegt werden.

Geeignete Ideen sind:

Futtersuche

Verstecke einige Futterstücke in der Wohnung und lass deinen Hund danach suchen. Beginne leicht und steigere die Schwierigkeit langsam.

Du kannst das Futter beispielsweise:

  • hinter einem Stuhlbein,
  • unter einem Handtuch,
  • in einem geöffneten Karton,
  • zwischen mehreren ungefährlichen Gegenständen

verstecken.

Gegenstände unterscheiden

Bringe deinem Hund bei, verschiedene Gegenstände anhand ihres Namens zu unterscheiden. Beginne mit zwei deutlich unterschiedlichen Dingen, etwa einem Ball und einem Stofftier.

Das ist keine körperliche Höchstleistung, aber der Kopf deines Hundes muss ordentlich arbeiten.

Apportieren mit Regeln

Ein Spielzeug durch den Flur zu schleudern, bis die Möbel wackeln, ist nicht gemeint.

Lass deinen Hund kontrolliert warten, schicke ihn zum Gegenstand und belohne eine ruhige Übergabe. So wird aus einem einfachen Spiel eine kleine Trainingsaufgabe.

Kleine Alltagstricks

Auch einfache Übungen können deinen Hund beschäftigen:

  • Pfote geben,
  • auf eine Decke gehen,
  • einen Gegenstand berühren,
  • Spielzeug in eine Kiste legen,
  • links und rechts unterscheiden,
  • ruhig warten, während du dich entfernst.

Muss dein Hund im Winter mehr Futter bekommen?

Nicht automatisch.

Ein Hund, der bei kaltem Wetter viel Zeit draußen verbringt und körperlich arbeitet, kann einen anderen Energiebedarf haben als ein Hund, dessen Winterrunden deutlich kürzer ausfallen.

Deshalb sollte die Futtermenge nicht einfach pauschal erhöht werden. Beobachte:

  • Gewicht,
  • Figur,
  • Aktivität,
  • Fellzustand,
  • Gesundheitszustand.

Gerade wenn Spaziergänge im Winter kürzer werden, zusätzliche Leckerchen aber weiterhin reichlich von dir verteilt werden, landet schnell mehr Energie im Hund, als er verbraucht.

Einfach ausgedrückt: Weniger Bewegung plus mehr Winterkekse ist auch beim Hund keine besonders raffinierte Fitnessstrategie.

Omega-3-Fettsäuren im Winter

Auf hovawart.rocks beschäftigen wir uns ausführlich mit diesem Thema. Dabei geht es nicht darum, irgendein Öl über das Futter zu kippen. Qualität, Zusammensetzung, Dosierung und Lagerung müssen stimmen.

In unserem Sortiment findest du beispielsweise den Wilden Dorsch.

Wichtig: Nahrungsergänzungen ersetzen keine ausgewogene Fütterung. Bestehen gesundheitliche Probleme oder bekommt dein Hund Medikamente, solltest du die Gabe vorher mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt abstimmen.

Unser Winterplan für aktive Hunde

Du brauchst keinen komplizierten Trainingsplan. Eine einfache Struktur, und gesunder Menschenverstand reichen völlig aus.

Draußen

  • Regelmäßige Spaziergänge beibehalten
  • Bei starker Kälte lieber mehrere kürzere Runden gehen
  • Nasenarbeit und kleine Übungen einbauen
  • Auf glatten Flächen kontrolliert bewegen, oder meiden!
  • In der Dunkelheit gut sichtbare Ausrüstung verwenden
  • Nach gestreuten Wegen die Pfoten reinigen

Drinnen

  • Futter oder Spielzeug suchen lassen
  • Zwei bis fünf Minuten Alltagstraining einbauen
  • Neue Gegenstände unterscheiden lernen
  • Kontrolliertes Apportieren üben
  • Ausreichend Ruhe ermöglichen

Einmal pro Woche

Plant eine besondere gemeinsame Aktivität. Das kann ein neuer Spazierweg, eine kleine Fährtensuche oder eine ruhige Wanderung sein. Dabei geht es nicht um Leistung. Es geht darum, gemeinsam etwas zu erleben. Denk immer daran - Du und dein Hund - Ihr seid ein Team

Häufige Fehler im Winter

Der Hund bleibt bei schlechtem Wetter fast nur im Haus

Ein Garten und eine kurze Runde um den Block reichen einem aktiven großen Hund auf Dauer meistens nicht. Wenn lange Spaziergänge nicht möglich sind, braucht er wenigstens mehrere kurze Runden und zusätzliche Beschäftigung (Kopfarbeit).

Der Hund läuft im Dunkeln ohne sichtbare Ausrüstung

Du weißt vielleicht genau, wo dein Hund läuft. Andere Menschen sehen ihn trotzdem nicht. Sorge für Sicherheit.

Streusalz bleibt an den Pfoten

Viele Hunde lecken ihre Pfoten nach der Runde sauber. Deshalb sollten Salz und anderer Schmutz vorher mit lauwarmen Wasser entfernt werden.

Die Futtermenge wird vorsorglich erhöht

Mehr Futter ist nicht automatisch mehr Fürsorge. Die Menge sollte zur tatsächlichen Bewegung und zum individuellen Bedarf des Hundes passen.

Jeder Hund bekommt vorsorglich einen Mantel

Ein Mantel muss einen konkreten Nutzen haben und richtig passen. Er ist weder grundsätzlich überflüssig noch für jeden Hund notwendig.

Fazit: Der Winter ist keine Ausrede

Die kalte und dunkle Jahreszeit muss für deinen Hund und dich keine langweilige Zeit sein.

Mit sinnvoller Ausrüstung, regelmäßiger Bewegung, etwas Pfotenpflege und kleinen Beschäftigungsideen bleibt dein Hund auch im Winter aktiv. Dabei musst du weder täglich stundenlang durch den Regen laufen noch deine Wohnung in einen Hundetrainingsplatz verwandeln.

Entscheidend ist eine gute Mischung:

Bewegung, Kopfarbeit, Sicherheit, Pflege und gemeinsame Zeit.

Und wenn draußen der Regen quer über die Straße fliegt, darf die Runde auch einmal kürzer ausfallen. Dann wird eben drinnen gesucht, gelernt oder apportiert.
Das rockt!

Dein Hund zählt schließlich keine Kilometer. Er merkt aber sehr genau, ob du dich mit ihm beschäftigst.

Du hast Fragen?

Schreibe uns gerne direkt eine Mail an info@hovawart.rocks. Wir melden uns schnellstmöglich bei dir zurück.

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